Sportfest, Hochzeit und Ferien

Dies sind die letzten Arbeitstage für mich (Franca), bevor wir für 12 Tage Tauchferien auf der Nachbarinsel Camiguin machen. Mäge wird danach nach Cagayan de Oro zurückreisen und ich über Cebu und Manila in die Schweiz fliegen.

Sportfest

Eine der Batulong-Aktivitäten ist das Sportfest für die 4.-6.-klässler. Weniger als bei den Sporttagen in der Schweiz gibt es hier vor allem Geschicklichkeits-Gruppenspiele. Der Team-Gedanke ist besonders wichtig und so beginnt der Event mit der Auslosung der Teams und der Verteilung der T-shirts in den 5 Teamfarben. Zu einem Sportanlass auf den Philippinen gehört eine Trommel-Xylophon-Band mit Majoretten, die von der High School zur Verfügung gestellt wird und so können die Batulong Teams mit sportlichen Ehren durchs Viertel zum gedeckten Platz ziehen. Hier einige Eindrücke von diesem ganztägigen Anlass:

Die Schokoladenmünze soll von der Stirn in den Mund rutschen …

Tanz-Vorführungen unter der Anleitung von College-Studenten. Besonders freut uns, dass Reymark, dem Batulong vor 3 Jahren eine Herzoperation ermöglichte, nun an so einem Anlass dabei sein kann (rechts neben dem College-Studenten)

Ähnlich wie Seilziehen: an einem Motorradreifen ziehen ….

Geschicklichkeitsspiel: das Team muss – mit jeweils einem Ballon zwischen den Mitgliedern – seitwärts gehend eine Strecke zurücklegen.

Becher über eine vorgegebene Distanz blasen

Der Bambusring muss durch die Gruppe laufen

Die Abfallstücke symbolisieren Minen und der Partner muss den „Blinden“ mit Worten an den Stücken vorbei führen. Ein interessantes und vor allem sprachlich hersusforderndes Spiel.

Wer legt die längste Linie mit Kleidungsstücken?

Ein Tag voller Spiele und Begegnungen von Kindern aus 5 Schulen ging zu Ende und wir waren alle sehr müde und gingen früh zu Bett, denn am nächsten Tag fand um 6 Uhr (am Morgen!) die Hochzeit von Gilbert, einem ehemaligen Batulong-College-Studenten, statt.

Gerade anschliessend fuhren wir die 5 Stunden nach Camiguin, wo wir nun unsere Ferien geniessen. Ein paar Unterwasser-Fotos von den Tauchgängen bis jetzt:

Dondon, Joel und Anil

von ganz Kleinem (1-3mm) .. bis Grossem (giant frogfish, ca 25 cm),

Farbenprächtigem und

Verstecktem oder Getarntem gibt es wiederum Vieles zu entdecken. das Kurztaschen-Zwerg-Nadelpferdchen (Kopf eines Seepferdchens und gestreckter Körper einer Seenadel)

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Schulreise / educational tour

Batulong organisiert jedes Jahr einen Ausflug für die Batulongkinder der 1. und 2. Oberstufe. Mit den Begleitpersonen sind wir über 40 Passagiere, die in 2 Jeepnes zuerst zu einer Straussen- und Krokodilfarm und dann in einen Naturpark fahren. Vor allem der Mapawa Nature Park mit seinem 4-500-jährigen Baum und dem Guide, der die Jugendlichen mit packenden Geschichten und Informationen zum Wert der Wälder und des Umweltschutzes zu fesseln wusste, waren ein grosser Erfolg.

Die educational tour wurde von Keno organisiert.

Straussenfarm ( erstaunlich tierfreundlich)

Überraschend schweres Ei – ca 1.5 kg

Fahrt zum Mapawa Naturpark

unser lustiger Guide

Am Schluss des Ausflugs ein Bad im Swimming pool inmitten der Natur

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another week in …

Dieser Bericht beginnt nicht umsonst mit einem kurzen Exkurs über das Essen auf den Philippinen. Im Gegensatz zu den philippinischen Nachbarstaaten China, Thailand und Malaysia hat dieser Inselstaat keine wirklich landestypische Küche. Von der spanischen Besetzungszeit sind kaum Gerichte übriggeblieben und die Amerikaner haben der Menükarte nur Hamburger und Coca Cola hinzugeführt. Während früher vor allem Reis und Fisch auf dem Teller waren, wird seit der Überfischung und Ausbeutung des umliegenden Meeres während der letzten zwei Jahrzehnte vorwiegend Huhn und Schwein gegessen. Mäge und ich lassen normalerweise das Frühstück aus oder nehmen einige Früchte ins Batulong-Center mit. Am Mittag essen wir dasselbe wie unsere Batulong-Kinder: immer Reis mit einer Beilage, z.B Suppe, Ei in Sauce, Huhn usw. An diesem Tag gibt es Suppe mit Huhn und Kokosnuss. Von einem Baum in unserem Garten zupft man die Blättchen als Gemüse: KalamungayFür die Kokosmilch wird das Fleisch geraspelt, in heisses Wasser gegeben und dann gesiebt oder ausgedrückt.

Gemüse essen die Filippinos nur in geringen Mengen (in der Suppe)- leider. Am Abend essen Mäge und ich auswärts, aber die Auswahl ist sehr beschränkt. Umso mehr freut es uns, als wir ein auf Meeresfrüchte spezialisiertes Restaurant finden, das sehr feine ausgebackene Wasserkresse-Blätter serviert. Am nächsten Tag gehen wir gleich noch einmal und ich bestelle unglücklicherweise süss-sauren Fisch und gebe Mäge noch ein Stück zum Probieren. Dieses Gericht beschert uns dann eine schlimme Nacht und einen Tag im Bett mit Magenschmerzen :-(. Thata meint, wir sollten vielleicht nur noch Huhn essen…. ;-/Früchtestand in der Nähe unseres Hotels mit Mangos, Papaya, Ananas, Melonen, Pomelos und Durian

Cagayan de Oro hat zwar etwa eine dreiviertel Million Einwohner, aber wir treffen dennoch diese Woche gleich zwei ehemalige Batulong Studenten: Ringo war einer der ersten von Batulong unterstützten High School-Schülern, der die Schule abschloss und sofort eine Stelle in einem Restaurant fand. Er arbeitet nun in einem grossen Shoppingcenter in einem Geschäft. Myza, unsere erste IT-Studentin, treffen wir im Telekommunikationsladen, denn auch sie interessiert sich für einen Internet-Kabelanschluss für ein eventuelles zukünftiges eigenes Geschäft. Sie arbeitet jetzt bei einer grossen Schifffahrts-Gesellschaft. So zufällige Treffen sind immer schön und eine Erinnerung daran, was Batulong in den letzten Jahren bewirken konnte.

Thata’s Bemühungen, das Stipendium von Zanzan durch ein Gespräch mit dem Schulleiter zu retten, sind leider an der Kooperation der Studentin gescheitert. Obwohl die Zeit am Vorabend von Zanzen vorgeschlagen wurde, erschien sie am nächsten Morgen nicht und rief später an, sie habe das Treffen vergessen. Auch Thata meinte, das sei einfach eine Ausrede, weil die 19-jährige dem unangenehmen Gespräch ausweichen wollte. Einmal mehr wurde hier die Zukunft und eine ganze Karriere dem sogenannten Wahren des Gesichtes geopfert. Wir sind natürlich enttäuscht darüber, aber müssen auch akzeptieren, wenn jemand seine Chancen und das Engagement wohlmeinender Dritter ignoriert.

Mitte Woche findet die Eltern-Info für die neu aufgenommen Kinder statt. Wir nutzen das relativ kleine Publikum für einen Testlauf mit dem Beamer und einer Powerpoint Präsentation. Unsere selbst gebastelte Leinwand im Einsatz 🙂

Am nächsten Tag begleiten wir Carla, das Mädchen, das in der speziellen Kleinklasse hoffentlich doch noch lesen, schreiben und rechnen lernt, in die Stadt. Ihr älterer Bruder, der erst nächsten Frühling wieder zur Schule gehen wird, soll sie die nächsten Wochen zur Schule begleiten, bis sie weiss, welche Transportmittel sie nehmen muss.Gruppenfoto mit Carla, ihrer Tante und Christian vor der SchuleUnterwegs in der Schule kommt dann plötzlich die Angst vor dem Ungewissen auf und sie braucht UnterstützungDie neue Lehrerin von Carla

Ein schwieriges Thema ist unsere kleine Bibliothek. Sie wird nicht benutzt und wir fragen unsere Mitarbeiter, woran es liegt und was man ändern könnte. Sie sagen, die Kinder seien nicht interessiert. Wir versuchen, mit Thata und Keno Möglichkeiten zur Lese-Motivation zu erarbeiten, z.B den Kindern Bücher vorzustellen und ihnen daraus vorzulesen. Ich sage, dass Thata da vermutlich mehr Erfahrung hat als Mutter von drei Kindern, aber erfahre, dass sie ihnen noch nie eine Geschichte vorgelesen hat! Sicher hat es auch etwas mit dem Bildungsstand der Eltern zu tun, aber tendenziell wird auf den Philippinen sehr wenig gelesen. Lesen wird gesehen als Mittel zum Verstehen in der Schule, nicht als etwas Positives in der Freizeit. Wozu auch lesen, wenn man Fernsehen und Facebook hat :-/. Wir waren etwas naiv zu denken, dass die Kinder nur so in unsere Bibliothek strömen würden, weil sie endlich ein Büchlein zu Hause lesen dürften. Natürlich versprechen unsere beiden Mitarbeiter, sich mehr Mühe zu geben, aber wir realisieren auch, dass wir die ganze Zeit hier sein müssten, um eventuell das Desinteresse und die Trägheit der armen philippinischen Bevölkerung zu durchbrechen. Auch wenn wir nicht gleich aufgeben, realisieren wir doch auch, dass die Bibliothek wohl auch in Zukunft nicht so rege benutzt wird, wie wir es uns wünschten, und dass wir mit einem Oberstufen-Mathematiklehrer als Sozialarbeiter eher keinen Geschichtenerzähler haben. Im Gegensatz zum tendenziell kopflastigen Unterricht in der Schweiz wird hier in der Schule viel gesungen, getanzt und gebastelt und so lange die Kinder das Lesen für die Schule meistern, steht es ihnen frei, unser Angebot zu nutzen oder nicht. Ein Schulevent heisst „united nations“ und die Kinder sollen sich traditionell zu einem Land kleiden, Tänze vorführen und Flaggen basteln. Jezza Mae hat das Thema Korea (ob Nord oder Süd ist nicht bekannt)

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Diverses

Folge Philippinen 2017 auf WordPress.com

Nächste Woche finden die Semester-Abschlussprüfungen für unsere Collegestudentinnen und -studenten statt. Und vorher ist oft die Zeit, in der Versäumnisse oder andere Probleme auftauchen und Mäge und ich z.T einschneidende Entscheidungen treffen müssen. Thata hat sich schon länger darüber geärgert, dass die Studentin Zanzen sich kaum blicken lässt und sie auf SMS keine Antwort erhält, aber nun sitzt die junge Tourismus-Studentin in unserem Büro, weil sie befürchtet, dass ihr 50%-Stipendium der Schule nicht erneuert wird. Grund dafür ist, dass sie eine Arbeit, die sie im August hätte abgeben müssen, bis vor einer Woche nicht fertiggestellt hat. Da sie immer noch ein “ nicht komplett“ in ihren Noten hatte, wurde der Antrag für das Stipendium nicht akzeptiert. Batulong unterstützt die anderen 50% Schulkosten und ist natürlich nicht bereit, durch verpasste Arbeiten entstandene Stipendienausfälle auszugleichen (aber das hat Zanzen vermutlich gehofft). Thata wird nächste Woche mit der Studentin zum Schulleiter gehen und versuchen, die Sache noch zu retten. Sollte dies allerdings nicht funktionieren, wird die junge Frau wohl die Konsequenzen für ihre verschlampte Arbeit tragen müssen. Die philippinische Unsitte, ein Problem zu ignorieren in der Hoffnung, dass es sich von selbst wieder auflöst, hat im Fall dieser Studentin gravierende Folgen.

Was tun wir -Mäge und ich – eigentlich, wenn wir keine Hausbesuche machen und kein Student mit Problemen im Büro sitzt? Mäge war z.T damit beschäftigt, den neuen Laptop für unseren Sozialarbeiter Keno aufzusetzen, denn auch wenn es sich finanziell lohnt, ein Gerät aus der Schweiz mitzunehmen, muss man den Trick herausfinden, dass sowohl das Betriebssystem wie auch die Programme auf Englisch laufen. Ebenfalls aus der Schweiz haben wir einen kleinen Beamer mitgebracht. Dieser soll bei Elternmeetings, Infoveranstaltungen und Events für Kinder eingesetzt werden. Unsere blauen, mit Dekorationen versehenen Wände sind allerdings nicht ideal für die Projektion und so gehen Mäge und ich auf die Suche nach etwas Leinwand-ähnlichem: ein grosses Stück Plane, das sonst für Plakate verwendet wird, auf eine Dachlatte genagelt und um ein Plasikrohr gewickelt hängt nun von unseren Eisenträgern im Batulongzenter. Für das kleine Elterntreffen der neuen Batulongkinder am Mittwoch plane ich, mit Thata eine kleine Powerpoint-Präsentation zu machen (sie kennt das Programm noch nicht). Meine Arbeit in den letzten Tagen war die Kontrolle der Belege in der philippinischen Buchhaltung. Nach vielen Problemen am Anfang unserer Stiftungszeit erstellt Thata nun eine tadellose Buchhaltung, dass es eine Freude ist! Nach dem Mittagessen versuche ich jeweils während einer Stunde Bisaya zu lernen: Keno ist mein Lehrer und auch wenn sein Studiengebiet Mathematik war, erklärt er mir, so weit möglich, die Grammatik und Anwendungen gut. Es ist ein spezielles Erlebnis für mich, auf der Seite der Studentin zu sein, und die grosse Herausforderung für mich ist, die Regeln hinter Anwendungen zu finden. Obwohl Bisaya fast gleich wie Cebuano ist, helfen mir die wenigen Bücher dazu kaum. Es ist so, als würde ich ein Buch fürs Berndeutsche verwenden, um Zürichdeutsch zu lernen! Bis ich eine Konversation führen kann, wird es noch lange dauern, aber immerhin nimmt das Verstehen stetig zu.

Alles ist ein wenig aufwändiger oder komplizierter als in der Schweiz, vom Spezialfutter für unseren kranken Hund finden bis zum Erhalt der neuen Bankkarte, aber wenn man genügend Zeit hat, geht es immer irgendwie.

Am Samstagmorgen besuchen wir Oyen, die wir im März kennengelernt haben, noch einmal: sie nimmt sich streunenden Hunden an und päppelt die oft dem Tode nahen Tiere wieder auf, und dies in ihrer freien Zeit und unbezahlt! In einem Land, in dem ein Tierleben nur so viel wert ist, wie es beim Verkauf auf einem Markt einbringt, ist ihr Engagement ein Licht im Dunkeln! Eigentlich würde Batulong gerne so einen Hund von ihr adoptieren, aber wir müssen zuerst mit unserem Hauswart klären, was er mit seinem Weibchen plant. Oyen darf die Hunde auf dem kleinen Gelände um ein Haus halten, dessen Besitzer nur in der Nacht dort sind. Unsere Spende werde sie aufs Bankkonto einzahlen, um irgendwann ein Grundstück für ein Tierheim kaufen zu können. Es ist schön, eine Filipina kennenzulernen, die ein Herz für Tiere hat und weise mit Geld umzugehen weiss. Für mehr Infos: https://www.facebook.com/CdeOStrayHaven/die in dieser Woche gerettete Kringkring – in kurzer Zeit wird sie zunehmen und wieder Haare haben.Oyen, der Engel für Strassenhunde!

Heute Montag: die Jeepney-Fahrer der ganzen Nation haben einen 2-tägigen Streik ausgerufen, um gegen die von der Regierung vorgeschlagenen neueren und umweltfreundlicheren Modelle zu protestieren. So wurde kurzerhand ein schulfreier Tag ausgerufen und auch staatliche Büros arbeiteten nicht. Wir nahmen das Taxi nach Calaanan und Keno wohnt ja nur ein paar Schritte vom Batulongcenter entfernt. Thata war heute in Linangohan. Wir sind gespannt, wann die neueren Transportmittel eingeführt werden, denn bei den umweltverpestenden Jeepneys darf nicht die Nostalgie gegenüber den speziellen langen Jeeps siegen, sondern das Wissen um die enorme Belastung der alten Fahrzeuge für die Gesundheit. täglicher Stau in Cagayan de Oro

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5.-9. Oktober

Die Hausbesuche am nächsten Tag bringen uns zu ganz verschiedenen armen Familien: bei den einen scheint der Wille, etwas mehr zu arbeiten, um die Lebensbedingungen zu verbessern, eher gering. Wir versuchen sie zu motivieren, aber schlussendlich ist es ihre Entscheidung, Ihren Kindern wird von Batulong trotzdem geholfen, denn sie können ja nichts dafür, wenn ihre Eltern etwas faul sind. Bei anderen spürt man den Drive, Möglichkeiten für eine Verbesserung ihres Lebens zu finden und wir glauben, dass diese Menschen auch Wege finden werden, mehr Einkommen zu generieren. Wo es uns möglich ist, werden wir sie dabei unterstützen. Uns fällt auf, dass einige Frauen einen Miniladen – einen sogenannten sari-sari-store aufmachen, aber nicht über die Grundkenntnisse dafür verfügen: einerseits vergessen sie, dass sie mit den Einnahmen wieder den Bestand erneuern müssen und so dauert das Projekt oft nur so lange, bis alles verkauft wurde. Andererseits wollen Familienmitglieder anschreiben lassen und meist kommt das Geld dann nie und des Friedens Willen sagt man nichts. Wir fragen Thata, ob sie nicht einen kleinen Kurs für Sari-sari-store Betreiber anbieten könnte, denn sie als Buchhalterin wäre dafür gut geeignet- sie sagt sofort Ja! typischer Sari-sari store

Auf einem Hügel gelegen wohnt ein Vater mit seinen beiden Kindern. Weil die Mutter im Februar gestorben ist, sind sie aus einem anderen Teil der Provinz zu ihren Verwandten gezogen. Das Mädchen war zwar in der 4. Klasse, kann aber weder rechnen, schreiben noch lesen. Vermutlich hat sie eine Lernschwäche, erscheint uns aber sehr aufgeweckt. Wir organisieren, dass sie auch ausserhalb des regulären Schulanfangs die Spezialklasse in der Stadt besuchen kann und idealerweise wird sie im nächsten Schuljahr nochmals in die 1. Klasse gehen. Ihr älterer Bruder wird im nächsten Frühling die reguläre Schule weiter besuchen, aber wir sind froh, dass er im Moment seine Schwester zur Stadtschule bringen kann, bis sie den Weg selbst kennt. Ihre Cousine wurde von der Tante adoptiert, als ihre Eltern sie zurückliessen, weil sie andere Partner fanden. Auch sie wird von Batulong unterstützt werden.

Marben war 8, als er 2008 als eines der ersten Batulongkinder unterstützt wurde. Nächstes Jahr wird Batulong sein 10- jähriges Jubiläum feiern und Marben die Senior Highschool abschliessen, vielleicht aber weiterstudieren. Schön, wenn wir die „Früchte“ von Batulong sehen und die Schüler in diesem Hilfswerk gross werden :-).

Ich (Franca) spüre jeweils die ersten 4-5 Tage den Jetlag stark: ich liege wach in der Nacht und bin k.o tagsüber: meist lege ich mich für 30 Min aufs Faltbett in der Batulong-Bibliothek, wenn die Augen zufallen, aber der Anfang hier auf den Philippinen ist generell immer etwas mühsam. So bin ich froh, dass wir am Freitag für ein verlängertes Wochenende in ein Resort an der Nordküste von Mindanao fahren, um zu tauchen und wieder einmal richtig durchzuatmen. Im Resort ist auch eine Art Gartencenter mit hunderten von Orchideen, wunderbar! Bienen-Gesichter in der Orchidee?

beim Tauchen: Nacktschnecke Halgerda batangas

kleiner Shrimp im Federstern

politische Situation
Hier in Cagayan de Oro geht das Leben normal weiter, während 66 km Luftlinie entfernt die Stadt Marawi bombardiert wird und mehr als 200’000 Flüchtlinge in Zeltstädten ausserhalb der Stadt Zuflucht suchen. Angeblich sollen noch 50-60 Abu Sayaf und IS-Terroristen in der Stadt ausharren und die philippinischen Truppen unter Präsident Duterte werden wohl erst abziehen, wenn der letzte getötet wurde. Das einzige, was wir in diesem Zusammenhang erlebt haben sind Strassensperren, an denen man sich ausweisen muss ( z.B auf der Minibus-Fahrt vom Flughafen: alle Passagiere müssen aussteigen und bei einem Kontrollpunkt den Ausweis zeigen). Ein anderes Thema sind die Tötungen von Drogendealern durch die Polizei, wie sie leider in Manila unter dem neuen Präsidenten stattfinden. Unsere Kriminologie-Studenten sagen, der Stadtpräsident von Cagayan de Oro sei dagegen, deshalb gibt es hier Gott sei Dank keine solche sogenannten“ aussergerichtlichen Tötungen“. Auch die Todesstrafe ist wieder ein aktuelles Thema, denn Duterte will sie wieder einführen und für Drogendealer anwenden und in einem weiteren Schritt bei Vergewaltigung, Verrat oder Plünderung durchsetzen. Kirchen und Universitäten hängen Plakate gegen die Todesstrafe auf – ein kontroverses Thema und es bleibt zu hoffen, dass Duterte’s Amtszeit zu Ende ist, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann.

Zum Schluss nun noch eine sehr erfreuliche Nachricht. Frenchel Jays Herzoperation in Manila (Versetzen einer Herzschlagader, weil beide grossen Gefässe aus der rechten Herzkammer entsprangen) ist gut verlaufen und er wurde gestern aus dem Krankenhaus entlassen! Heute wäre Arpin 23 Jahre alt geworden – der Teenager, der an seiner Herzkrankheit gestorben ist und uns motivierte, herzkranken Kindern wie Frenchel Jay so früh wie möglich eine Operation zu ermöglichen. Wir sind froh, dass Frenchel Jay wieder so lachen kann! Hier ist er auf dem Foto mit der Ärztin, die ihn operiert hat, Doktora Asqueta.

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3.+4. OKTOBER

Der neue Batulong- „Ableger“ Linangohan liegt auf der anderen Stadtseite, in der Nähe von Thata’s Wohnort. Hier und im Nachbardorf Tablon werden im Moment 52 Kinder unterstützt. Ein kleines Zimmer in Linangohan dient uns als Büro, Material- und Essraum. Für weniger Kinder zu kochen ist natürlich pro Kopf gerechnet teurer, aber dafür kann man auch einmal etwas ein wenig aufwändigeres zubereiten, wie zum Beispiel heute Fleisch-Gemüse-Bällchen. 4. OKTOBER: Hausbesuche bei zukünftigen und jetzigen Batulongfamilien Die Abklärungs-Hausbesuche bei Familien,die gerne unterstützt würden, verbinden wir mit Gesprächen bei Batulongfamilien, wo ein Problem besteht, z. B weil das Kind oft in der Schule fehlt, das Material nicht bezieht oder nicht zum Mittagessen kommt. Es ist uns wichtig, dass ein von der Stiftung unterstütztes Kind auch alle ihm angebotenen Leistungen annimmt, denn so können wir auch besser Kontakt mit dem Kind behalten. hier werden wir gerade auf der Strasse von einer Frau angesprochen, die Unterstützung für ihr Kind möchte. Richtig hübsche Hüttchen für Flutopfer. Statt wie die anderen Häuser mit Backsteinen sind diese Wände aus Bambusgeflecht und mit Beton verputzt. Wir befürchten, dass die Lebensdauer nicht so hoch ist wie bei den anderen. Hier besuchen wir eine junge Witwe mit drei kleinen Kindern, die vorher in so einem Haus wohnte und sich nun hinten selbst einen Anbau zimmerte (ca 1.50× 4 Meter) und das Haupthaus als kleine Einnahmequelle vermietet. Eine andere Familie: sämtlicher Wohnraum ist mit Schlafmöglichkeiten verstellt. Der Mann habe Diabetes und sollte einen genauen Checkup machen. Wir bieten ihm das Geld für die Fahrt in die Stadt an, er müsse nur zu uns ins Center kommen. Er sagt, er komme am Nachmittag, was er dann aber nicht macht. An einem anderen Ort sehen wir, dass die Kinder nicht in der Schule sind. Sie hätten nichts zum Frühstücken und deshalb keine Energie. Allerdings erinnern wir uns, dass sie bei unserer Ankunft am Essen einer Süssigkeit waren: so Ausreden sind an der Tagesordnung. Wir werden zwar das Kind provisorisch aufnehmen, aber nur, wenn es von nun an keine unentschuldigten Absenzen meht hat. Ein kurzer Kontrollbesuch bei Marivic (schizophren), um sicher zu gehen, dass sie nicht eingesperrt oder angekettet ist. Es geht ihr gut!

Am Nachmittag: Thata und ich helfen Mario mit einem Schul-Projekt: aus einer Pet-Flasche mit einem Reissverschluss ein Etui für Bleistifte basteln.

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Franca’s erster Tag

Es regnet wie aus Kübeln und ich habe Zeit, einen ersten Tagesbericht zu schreiben. Nach einer problemlosen, gut 24 Stunden dauernden Reise kam ich gestern Abend um 10 Uhr in Cagayan de Oro an. Wie immer klingelte der Wecker heute Morgen um 6, damit wir um 8 im Batulong Center waren. Mir kommt es vor, als wären die letzten 4 Monate zu einer Woche verschmolzen und ich bin schon wieder im „Batulong-Modus“. Hier einige Eindrücke des ersten Tages:

Keno erklärt den Ende Oktober stattfindenden Ausflug Keno erklärt den Ende Monat stattfindenden Ausflug

MaterialausgabeMittagessen kochen..Heute gab es Reis, Glasnudelsuppe und kleine FrühlingsrollemMittagessen: kleine Frühlingsrollen, Reis und Glasnude.lsuppe

Überraschung im Garten: nach 3 Jahren trägt die Kokospalme FrüchteÜberraschung im Garten: nach nur 3 Jahren trägt die Kokospalme Ftüchte

Kinder spielen Gummitwist im BatulonggartenGummitwist im Batulong-Garten

Nachmittagsregen Arbeiten, während der Regen aufs Dach trommelt...

Es regnet am Nachmittag ..arbeiten im Büro, während der Regen aufs Dach trommelt

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zurück zu Hause

Liebe Freunde

Wir sind nun schon wieder eine Woche zurück in der Schweiz. Wir blicken sehr positiv auf unsere lange Reise zurück und vieles, was wir angefangen und in die Wege geleitet haben, läuft gerade jetzt, z.B ist Frenchel Jay nun mit seinen Eltern in Manila und hat die letzten Untersuchungen für eine Herzoperation. In Linangohan wird die Küche mit einem Kühlschrank usw. vorbereitet für das Kochen im nächsten Schuljahr, das im Juni beginnt. 20170427_070319

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Summer camp mit den Klassen 9+10 der Oberstufe

Weitere Sommerferien-Aktivitäten finden statt und gleichzeitig wird Schulmaterial, Uniformen und Schultaschen verteilt und die letzten College-Studenten eingeschrieben. Der Mai und Juni sind die arbeitsreichsten Monate für unsere Mitarbeiter in Calaanan.

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Schuluniform einkaufen

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Schuhe für die Uniform

Mäge und ich wollen am Ende unseres Philippinen-Aufenthalts noch etwas Tauchferien machen. Am zweiten Tag macht Mäge einen falschen Tritt auf dem Tauchboot und verletzt sich den Fuss so sehr, dass dieser anschliessend stark anschwillt und Mäge nicht mehr gehen kann. Ein Röntgenbild im kleinen Provinz-Krankenhaus zeigt keinen Bruch, was sich später in der Schweiz allerdings als falsch erweist: der Knöchel ist gebrochen und Mäge bekommt einen Liege- und später Gehgips. In Romblon fertigt der Schreiner bei unserem Freund Joe Krücken für Mäge an – ohne diese wäre ein sich bewegen völlig unmöglich gewesen. Leider heisst der stark geschwollene und schmerzende Fuss für ihn, dass er nicht tauchen kann. 18301777n18403474n18423916_15_n18557370_7_n

Die letzten drei Tage unseres Aufenthalts in Romblon verbringen wir in einem Tauchresort, wo die Guides spezialisiert sind auf kleine und wenig bekannte Lebewesen. Es ist sehr spannend und nächstes Jahr werden wir bestimmt nochmals dorthin fahren, damit Mäge auch in diese Welt eintauchen kann. Hier ein paar Fotos:

 

Somit verabschieden wir uns wieder bis zum nächsten Blog im Oktober. Herzlichen Dank fürs Mitlesen.

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neue Batulong-Schüler in Calaanan und Tablon

Unser Schrittezähler zeigt am Ende ded Tsges jeweils 7 bis 10 km an, wenn wir die Familien besuchen, die sich für eine Unterstützung beworben haben. Nach so vielen Jahren in Calaanan überrascht es uns, dass wir noch zu Familien gehen, die die Unterstützung von Batulong dringend brauchen, z.B Grosseltern, die kaum mehr arbeiten können, aber bei denen drei Enkelkinder zurückgelassen wurden. Der Grossvater ist sehr streng und so werden wir hier vermutlich kein Problem mit Schule schwänzenden Kindern haben. Wir werden die Zwillingsmädchen und ihren Bruder unterstützen und ihnen ein tägliches Mittagessen geben. Es ist eher selten, dass man uns einen falschen Wohnort vorgaukeln will, aber an diesem Tag werden wir mal wieder zu einem Hüttchen geführt, wo vermutlich ab und zu eine Wachperson schläft (es liegt dort etwas Baumaterial), aber sicher keine ganze Familie! Die Frau wurde schon mal wegen zu hohem Einkommen abgewiesen und so versucht sie es nochmals mit falschen Angaben. Aber wir haben mittlerweile schon viel Erfahrung und spüren schnell, wenn etwas nicht stimmt.

Es gibt so einen Tourismus-Slogan für dieses Land: „It’s more fun in the Philippines“ und in Momenten wie diesen sagen wir dann auch jeweils sarkastisch: Es macht mehr Spass auf den Philippinen!

Es gibt natürlich vorwiegend positive Erlebnisse auf unseren Hausbesuchen und vor allem, wenn wir zu einer sehr armen Familie kommen und wissen, dass wir dorr wirklich helfen können, sind die unangenehmen Erlebnisse wieder vergessen. Manchmal gibt es sogar Lustigs, z.B: am Anfang unserer Batulong- Arbeit ging Thata so langsam, dass wir jeweils auf sie warten mussten.Eines Tages.musste ich etwas in der Stadt erledigen und ging im normalen schweizer Tempo durch die Strassen, bis irgendwann Thata ausser Atem neben.mir stand und fragte, warum ich denn renne! Sie meinte, sie.müsste mir folgen und ich hatte nicht bemerkt, dass sie die ganze Zeit hinter mir war. Thata hat sich in den.letzten Jahren einen richtig schnellen Batulong-Speed.zugelegt und dies führte nun eben dazu, dass das selbe pssierte, nur war.es.diesmal eine Mutter, die.uns.auf Hausbesuch sah und uns folgte, aber.erst nach längerer Zeit einholte. Ausser Atem sagte sie, sie sei seht interessiert an einer Unterstützung von.Batulong, deshalb sei sie uns den ganzen Weg nachgerannt! Thata lacht in Erinnerng an die Geschichte von früher.

Enge Platzverhältnisse

Bei vielen Grosseltern werden Kinder einer ersten Beziehung gelassen, wenn ein neuer Partner gefunden wurde. Oftmals brechen die Eltern die Beziehung zu den Grosseltern ganz ab, weil sie keine Unterstützung für die Kinder zahlen wollen 😦

Armut kommt manchmal mit Schmutz und Unordnung

Am nächsten und übernächsten Tag beginnen wir die hundert Bewerbungen in Tablon mit Hausbesuchen abzuarbeiten. Wir starten oben an einem Hügel, immer den Geruch von geröstetem Kaffee in der Nase, weil die Nestlé-Fabrik unterhalb liegt. Am Schluss sind wir am nicht so schönen Strand, wo ebenso arme Familien leben. So kommen neu einige Fischerfamilien zu Batulong. Zuerst hätten wir sie ausgeschieden und gar nicht besucht, weil sie so ein hohes Einkomen angegeben haben. Dies, weil sie zum Teil nur den momentanen Fang  bei gutem Wetter berücksichtigten und erst im Gespräch erzählen sie, dass sie bei Regen und Vollmond nichts fangen. Ein Blick in ihre einfachen Hütten zeigt sofort, dass bei diesem Beruf gerade genug zusammenkommt für das Essen. Leider gehen die Kinder oft sehr unregelmässig zur Schule, weshalb wir sie zwar aufnehmen und sie in den Genuss von neuen Uniformen, einer Schultasche, Schulmaterial  und Mittagessen kommen lassen, ihre Präsenzzeiten aber genau beobachten werden. So wissen sie auch, was sie verpassen, wenn sie weiterhin die Schule schwänzen und sie wieder ausgeschlossen würden.

Haus am Meer…bei hohen Wellen sehr unangenehm, bei einem Tsunami tödlich.

Ein Anfang ist gemacht und Thata war es vor allem wichtig, dass wir bei den Bewerbern in ihrer Nachbarschaft dabei sind, damit sie bei einer Ablehnung nicht in ein Dilemma käme. Sie wird zusammen mit Keno die restlichen Bewerber besuchen.

Thata und Mäge unterwegs – Dekoration für die kommende Fiesta

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Schüler, Herzpatient, Hunde, Eltern und Geister

Inhalt: 

  1. Besuch bei Frenchel Jay in Camiguin
  2. Senior-Highschool Studenten
  3. Geisterglaube der Filipinos
  4. Besuch bei engagierten Rettern von Hunden
  5. Schwangere Studentin
  6. Elternversammlung
  7. Jane beim Tierarzt

1. In Camiguin erreicht uns die Nachricht vom Herzzentrum in Manila mit einem Kostenvoranschlag für die Herzoperation von Frenchel Jay. Weil der Junge in Camiguin lebt, hat ihn bis jetzt erst Thata besucht. Zwar ist der Betrag für die Operation immer noch sehr hoch, aber wir haben die Hoffnung, dass das Sozialdepartement einen Teil übernimmt. Thata ist sehr erfreut, als sie erfährt, dass die hauptverantwortliche Sozialarbeiterin in Manila ihre ehemalige Nachbarin in Camiguin war. Als wir die Familie besuchen, wird Frenchel Jay gerade zur Wohnhütte getragen – er kann keine weiten Strecken mehr gehen und dies macht vielleicht am klarsten, wie dringend die OP ist. In den nächsten Tagen will die Mutter mit dem 10-jährigen nach Manila reisen.

2. Für die Schüler, die neu in die 11. Klasse kommen, machen wir eine Informations- und Bewerbungsstunde. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass die Oberstufen-Schüler in einer anderen Schule oder einer Privatschule (College) die 2 Jahre Senior High besuchen, je nach Berufsausrichtung. 

Eltern mit dem angehenden Senior High Studenten

Bei Privatschulen müssen die Eltern einen Beitrag leisten und überraschenderweise erklären sich viele dazu bereit. In einem Fall wird vermutlich Batulong die Kosten übernehmen müssen: das Mädchen ist schon 20 und hat soeben mit ihren 16jährigen Klassenkameraden die Junior High beendet. Sie habe wegen ihrem Asthma lange nicht zur Schule gehen können. Bei der Flut Sendong vor 5 Jahren hat sie ihren Vater (vermisst) und ihre beiden jüngeren Geschwister (ertrunken) verloren. Nur die Mutter und Tochter haben überlebt. Die junge Frau hat herausragend gute Noten und wir finden, sie sollte in eine Privatschule gehen, um später ihren Studienwunsch Umwelttechnik verwirklichen zu können.

Ein anderes Mädchen macht uns mehr Sorgen: sie fehlt häufig in der Schule und ihre Noten sind knapp genügend. Nach der Trennung der Eltern lebt sie nun beim Vater, der sie nicht davon abhalten kann, die halbe Nacht mit ihren Freunden herumzuziehen oder fernzusehen. Während der Vater sich über sie bei uns beklagt, versuchen wir dem Teenager klar zu machen, dass sie eine bessere Balance finden sollte – nicht auf Freunde verzichten, aber an ihre Zukunft denken und mit den 2 Jahren Senior High eine Ausbildung abschliessen, die ihr die Chance auf einen Job gibt. Der Vater droht, sie dem Sozialdienst zu übergeben. Wir bieten ihr an, mit all ihren Problemen zu uns zu kommen – vielleicht nimmt sie das Angebot ja an….ihre Tränen, die während der ganzen Zeit fliessen, werden uns auf jeden Fall noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

3. Am Nachmittag hat Keno ein Vorbereitungs-Treffen mit den mithelfenden  College-Schülern für das Summer Camp der 9. und 10.-Klässler. Beim anschliessenden Snack kommt das Thema irgendwie auf Geister, speziell die Aswang. Die philippinische Mythologie beschreibt einen Aswang als Wesen, das tagsüber Menschengestalt annimmt und in der Nacht als Tier, z. B ein Hund, herumstreift, um Menschenfleisch zu fressen. Ich frage, ob sie denn alle an Aswang glauben und niemand widerspricht. Diese Geschichten werden von Grosseltern und Eltern erzählt und da man hier ältere Personen als weise ansieht und die Eltern die Aswang-Stories dazu benützen, die Kinder vom Herumstreifen in der Nacht abzuhalten, wird dieser animistische Glaube wohl noch lange bestehen. Wie ernüchternd zu sehen, dass auch eine College-Ausbildung nicht vor Aberglauben schützt.

Oyen und Venice mit geretteten und aufgepäppelten Hunden

4. Am Samstag besuchen wir Oyen und Venice, die mit sehr viel Engagement und zu wenig Geld streunende, verletzte oder misshandelte Hunde aufnehmen. Wir gehen zu dem Haus, weil die Organisation kein Bankkonto hat (zu wenig Finanzen, um den Minimalbetrag dafür halten zu können) und wir etwas spenden wollen, aber auch mehr über das geplante Hundeheim erfahren möchten. Die beiden Frauen beeindrucken uns mit ihrem Engagement und ihrer Liebe zu Tieren – sie sind aber keinesfalls naiv, sondern planen vorsichtig und weise. Wir geben hier die CdeO Stray Haven-Seite an, vielleicht möchte jemand die Organisation unterstützen oder mehr über ihre Arbeit erfahren. https://cdeostrayhaven.wordpress.com/about/

Cheeky

Rund um ein Privathaus darf Oyen 5 Hunde aufpäppeln, bis diese platziert werden können. Da ist z.B Cheeky, die die selben Hautprobleme wie unsere Batulong-Hunde letztes Jahr hat und wir ziehen in Betracht, sie später einmal zu uns zu nehmen. Unsere beiden Batulong-Hunde Jane und Juro wären bestimmt gute Freunde für das verschüchterte Hündchen.

5. Was für ein Montagmorgen, wenn Thata als erstes sagt: „Wir haben ein Problem mit einer Studentin“! Jemand informierte Thata, dass eine unserer Collegestudentinnen im 5. Monat schwanger sei, und dass diese später bei uns vorbei komme. Tatsächlich geht es nicht lange und zwei Mädchen kommen, um das Fahrgeld in die Stadt zu holen, denn sie besuchen einen College-Sommerkurs. Thata fragt wie immer, ob es etwas zu berichten gebe und wir richten es so, dass wir mit der Schwangeren alleine sind. Sie sagt, alles laufe gut, und erst als wir sie damit konfrontieren, dass wir von ihrer Schwangerschaft wissen, gibt sie es zu. Schon vor einem Jahr hatten wir leider eine schwangere Studentin und vielleicht können wir unsere Aufklärungskampagne ja noch etwas verbessern, aber wir befürchten, dass es wohl nicht so viel hilft. Die Frau ist 18 und ihr Freund holt zwar noch die High School nach, hat aber eine Arbeit als Maler, d.h, dass er sich Präservative, die nicht so teuer sind, leisten kann. Zwar äussert das Mädchen den Wunsch, weiter studieren zu dürfen, aber im nächsten Schuljahr ist das von uns her nicht möglich, weil ein Einschreiben im Oktober für Batulong Mehrkosten bedeuten würde….und bei jemandem, der uns anlügt und Batulong ohne Skrupel die hohen Studiengebühren für das nächste Semester zahlen lassen hätte im Wissen, dass sie 2-3 Monate später gebären und das Semester kaum abschliessen würde, haben wir weniger Motivation für ein Entgegenkommen. Natürlich lassen wir sie nicht hängen, sondern bieten ihr in einem Jahr eine Fortsetzung des Studiums an. Wir finden, diese Zeit ist auch gut für sie, um sich klar zu werden, was sie will und wie sie ihre Zukunft planen will. Einfach das Kind bei den Schwiegereltern abladen und weiter machen wie bisher scheint uns keine Lösung.

Elternversammlung – gefülltes Batulong-Center

6. Am Elterntreffen gibt Thata die Termine für den Einkauf der Uniformen und die Verteilung des Haupt-Schulmaterials bekannt. Am 5. Mai ist die Eröffnung der Mini-Bibliothek und in der selben Woche beginnt eine Schulung für die 5. und 6.Klässler zum Thema Recherchieren und Präsentieren eines Themas. Dies ist sehr wichtig, denn die Schüler haben in der Schule oft die Aufgabe,etwas zu recherchieren im Internet…und meist sind es die Eltern, die dies für die Kinder erledigen. Einerseits finden wir, dass es wichtig wäre, dass die Schüler das Finden von Information lernen, andererseits sollen Kinder, deren Eltern nicht helfen können, nicht benachteiligt sein.
7. Als wir von Camiguin zurück kommen erschrecken wir, weil Jane – unsere Batulong-Hündin- sehr abgenommen hat. Sie esse nur noch wenig und habe Probleme beim Urinieren. Wir fahren also am Abend zum Tierarzt mit ihr und dort wird schnell klar, dass sie Harnsteine und Harnkristalle hat. Der Grund für die gefährliche Komplikation ist das falsche Hundefutter – wir hatten keine Ahnung! Wir sind sehr froh, dass die Steinchen und Kristalle klein genug sind, dass sie ohne Operation ausgeschieden werden können, aber wir müssen Jane ein paar Tage in der Tierklinik lassen.

Drei Tierärzte versuchen während etwa 45 Minuten bei Jane einen Katheter zu legen – offenbar nicht so einfach

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